Koblenz, die „Schängelstadt“ und die Proklamation der deutschen Einheit. Subjektiv betrachtet gibt es keinen schöneren Zusammenfluss zweier Flüsse, wie hier durch Rhein und Mosel.
Gerade bei dieser kurzen Passage von Oberwesel bis Koblenz, lassen sich einige (12) schöne Burgen, Schlösser und Ruinen betrachten.
Beginnend mit der Schönburg und dann weiter mit Burg Rheinfels, Burg Katz, Burg Maus, Burg Liebenstein, Burg Sterrenberg, Kurfürstliche Burg in Boppard, Burg Königsstuhl, Marksburg, Martinsburg, Burg Lahneck und schließlich die Burg Stolzenfels.
Geruhsam zieht die Landschaft vorbei und nach zwei
Auf dem Oberdeck des Schiffes lässt sich gemütlich ein Fläschchen Riesling schlürfen und die Karte studieren.
Lahnstein meldet die Nähe von Koblenz an.
Das Brauereischloss des örtlichen Gerstensaftherstellers in Königsbach zeigt sich in voller Breitseite.
Unter der Pfaffendorfer Brücke können wir einen interessanten Spruch lesen.
(Eine "Rasende")
Wir sind am Kurfürstlichen Schloss, dass Clemens Wenzeslaus von Sachsen im 18. Jahrhundert erbauen ließ angelangt. Kaiser Wilhelm I. residierte einige Jahre hier.
Für viele unbekannt ist hier auch halb zugewachsen die Darstellung vom Zusammenfluss von „Vater Rhein und Mutter Mosel“ zu sehen. Dieses Gebilde gehört an den Zusammenfluss von Rhein und Mosel.
Gegenüber des Verwaltungsgebäudes der Bezirksregierung steht ein altes Kranhaus, das heute als Kaffee genutzt wird.
Auf der rechten Rheinseite ist die Festung Ehrenbreitstein zu sehen, die auch eine Besichtigung wert ist. Die Festung war im Laufe der Jahrhunderte immer hart umkämpft. Meist wurde die Besatzung durch Aushungern zur Aufgabe gezwungen.
Für dieses Bild mußte ich meinen Schwager auf Ehrenbreitstein jagen.
Ihm wird die Zasammenführung Deutschlands zugesprochen. Dies war aber erst durch drei Kriege möglich.
Dick, Dona und Gisela würden sich auch freuen, wenn hier das im Schlossgarten versteckte, in Stein gehauene Bildnis von "Vater Rhein und Mutter Mosel stünde.
Neben der Darstellung des Kaisers zu Pferde, trägt eine Genie die Kaiserkrone.
Seit 1953 wird es als Mahnmal der deutschen Einheit geführt und es sind nun alle Wappen der Bundesländer am Sockel angebracht. Es wehen auch die Flaggen der Bundesländer an den seitlichen Schenkeln an der Uferbefestigung.
Der Blick wird nun frei auf die Mosel und das Peter Altmeier Ufer mit der Balduinbrücke. 1429 war die Balduinbrücke über die Mosel nach 85 jähriger Bauzeit fertig gestellt. In der Römerzeit (ab 9 v. Chr.) stand hier bereits eine Pfahlbrücke mit Stämmen aus Eichenholz, welches die Zeit im Wasser überdauert hat.
Links neben der Kirche kann man durch ein Eisentor eintreten und alte Reliefe und Ausgrabungen ansehen.
Sehenswert ist am „alten Kaufhaus“ der sogenannte „Augenroller“, der Ritterkopf stellt den Ritter Lutter von Kobern dar. In Verbindung mit der Turmuhr rollt er furchterregend die Augen und bei jeder vollen und halben Stunde streckt er die Zunge raus.
Als Straßenräuber wurde er am 14.10.1936, nach fünfmonatigem Prozess, am Florinsmarkt enthauptet.
Verwinkelt geht der Weg weiter durch die Gassen: Mehlgasse, Etzegässje, Gemüsegasse bis hin zur Münzstraße.Mit ein wenig Spürsinn kommt man an den steinernen Abbildungen Koblenzer Originalen vorbei.
In der Münzstraße angekommen lohnt sich auch ein kleiner Schlenk in das „Kunstgässchen.Hier in der „Gass“ ist auch das Geburtshaus des Autors, an dem er 1950 das Licht von Koblenz (der Welt) erblickte. Etwas befremdlich erscheinen heute die hier ansässigen Geschäfte, wie man auch in ganz Koblenz nach einem gemütlichen Lokal sucht, in dem man „e Schöppsche drinke kann“.
Der große Münzplatz, auf dem die alte Münze bewundert werden kann, bietet sich für Feste und Märkte an.
Am Südausgang sind noch zwei Koblenzer Originale zu sehen. Zum einen ist dies die Markfrau Ringelstein und der Schutzmann Otto, wo der Schutzmann (dä Schupo) die Anzeige aufnimmt, dass der Hund des Nachbarn das Gemüse der Marktfrau angepinkelt habe.
Da entdeckt man eine in der Straße eingelassene Bodenplatte. Sie markiert den Platz, an dem im 3. Jahrhundert das Südtor des Römerkastells „Confluentes“ stand, Von dessen Ableitung entstand der heutige Name der über 100 000 Einwohner zählenden Stadt.
An der Kreuzung zum Altengraben steht man inmitten von vier Türmen. Es sind eher hochgezogene Erker aus dem 17. Jahrhundert.
Ein kurzer Abstecher zur Liebfrauenkirche (Owerpfarrkersch) bietet sich an. Der Autor besucht sie gerne, war es doch seine Taufkirche.
In der Braugasse bietet das „Brauhaus“ deftige Speisen und dazu ein Zischke an. Das bringt einen wieder auf die Beine oder auch ganz im Gegenteil.
Jetzt aber zum Allerheiligsten eines Kowelenzers: dem Schängel. Das heißt, die Braugasse runter nach links und nach 30 Metern wieder nach rechts.
Dieser damals abwertende Name ist heute ein Privileg, ein Schengelsche zu sein. So entstand auch ein Lied, dessen Refrain jeder echte Kowelenzer singen kann.
Gerade an „Fasenacht“ wird dieses Lied besonders gern gesungen.
Hier nur mal der Refrain:
E lustich Kowelenzer Schängelche ich sein,
Gedaaft met Rhein- on Musselwasser on met Wein,
Gesond an Herz, an Lewer on der Lung,
On sein och meiner Modder ihrer allerbeste Jung!
Über die Firmungsstraße verlassen wir den Platz und kommen an einer ehemaligen Apotheke vorbei. Hier ist besonders das Giebelrelief zu bewundern.
Nach weiteren 100 Metern steht man auf dem Görresplatz. Er ist zu Ehren des Schriftstellers und Dichters Joseph Görres benannt. Ein bekannter Anwohner am Görresplatz war Karl Baedecker, Gründer der Reiseführer.
Besonderer Blickfang ist die künstlerisch gut gelungene „Historiensäule“. Sie spiegelt die Stadtgeschichte von Koblenz wieder. Sie wurde zur 2000 Jahr Feier vom Land Rheinland- Pfalz der Stadt Koblenz geschenkt.
Über die Poststraße verlassen wir den Platz und biegen mit einem Blick auf die Vorderseite des Schlosses am Theater in die Clemensstraße ein. Wir merken, dass es jetzt ein längerer Marsch zum Bahnhof wird, dem Ausgangspunkt der Tour. Über den Zentralplatz und dem Altlöhrtor erreichen wir die „Einkaufsmeile“, die Löhrstraße. Hier geht es geradewegs zum Bahnhof.
Wenn Koblenz feiert, dann auf den Plätzen und Straßen der Stadt, dann ist auch diese Straße gesperrt, so wie hier an der Oberen Löhr. Hier wird dann eine Bühne aufgebaut. Essen und Getränkestände bieten ihre Köstlichkeiten an und der Einheimische, wie der Gast, lässt es sich gut gehen. Die örtlich bekannte „Django Reinhards Band“ spielt mit Rock and Roll- Songs aus den 50er und 60er Jahren auf.
Zunächst ist hier Manfred Gniffke zu nennen. Er hat das Wissen und die Informationen die er bei seinen hervorragenden Stadtführungen gerne auch in Mundart preis gibt.Wer die Chance hat, sollte mal mit Ihm eine Führung erleben. Auch schriftlich zu erleben unter:
- http://www.rheinreise.de/Rheinburgen.html
- http://www.loreleyinfo.de/rhein/burgen-und-schloesser.php
- http://www.belocal.de/koblenz/sehenswertes/seite_1,55,2.html
- http://www.koblenz-touristik.de/
- http://www.prinzenbaecker.de/historie-orden.html#originale
- http://de.youtube.com/watch?v=mNAnsiLfy8Y
- http://de.youtube.com/watch?v=UOwfbCCElQg&feature=related
- http://de.youtube.com/watch?v=lR4Ea-P3TJM&feature=related


